Passivhaus


Was ist ein Passivhaus?

Das Passivhaus bezeichnet einen Gebäudestandard, bei dem ohne aktives Heizsystem ein Höchstmaß an Behaglichkeit sowohl im Winter als auch im Sommer sichergestellt ist. Voraussetzung dafür sind eine thermisch optimierte, wärmebrückenfreie und luftdichte Gebäudehülle, spezielle Passivhausfenster und eine hocheffiziente Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, die für permanente Frischluft im ganzen Haus sorgt.

Der maximale Heizwärmebedarf darf höchstens 15 kWh pro m² und Jahr betragen.


Empfohlene Dämmstoffdicken.


Bauteil

U-Wert
(W/m²K)

Dämmstoff-
dicke

Produkt-
type


Außenwand 0,12 ≥ 30 cm EPS-F

Dach (Steildach, Flachdach) 0,12 ≥ 30 cm EPS-W 20

Erdberührte Wände und Fußböden 0,14 ≥ 24 cm EPS-P


Die angeführten Dämmstoffdicken stellen Mindestwerte dar. Je nach Standort und Geometrie des Gebäudes können auch höhere Dämmstoffdicken erforderlich sein.


Systemdetails für Passivhäuser.

Im Sinne einer Vereinfachung wurde auf detailgetreue Darstellungen von Systemen (wie z.B. WDVS) und präzise Anschlussdetails von Fenstern und Türen verzichtet. Die beispielhaften Konstruktionszeichnungen können weder einen statischen noch einen bauphysikalischen Nachweis ersetzen. Verarbeitungsnormen und Hersteller-Richtlinien sind in jedem Fall einzuhalten.

Erdgeschoß ohne Keller


Erdgeschoß Sockeldetail


Erdgeschoß mit Keller


Thermisch getrennter Balkon


Fensteranschluss Sturz


Fensteranschluss Sohlbank


Fensteranschluss Laibung


Steildach massiv


Steildach TJI-Konstruktion


Steildach Sparrenkonstruktion


Warmdach mit Attika




Checkliste für Passivhäuser.

  • WÄRMESCHUTZ UND WÄRMEBRÜCKENFREIHEIT DES GEBÄUDES
    Alle Bauteile der Außenhülle des Hauses (exklusive Fenster) werden auf einen U-Wert kleiner als 0,15 W/(m²⋅K) gedämmt. Dies ist mit Dämmdicken zwischen 25 und 40 cm erreichbar.
    Anmerkung:
    Das Gebäude muss möglichst kompakt sein. Zu vermeiden sind auskragende Gebäudeteile, verwinkelte Grundrisse, ebenerdige Gebäude, Eckfenster etc. Aus ökonomischen Gründen können Wärmebrücken mit ψ ≤ 0,05 W/(m⋅K) vertretbar sein. Diese Verluste sind durch eine geringfügige Erhöhung der Dämmdicken zu kompensieren.
  • FENSTER UND TÜREN
    Die Fenster und Türen sollen mit 3-Scheiben-Verglasung ausgeführt werden und einschließlich der Rahmen einen U-Wert von 0,80 W/(m²⋅K) nicht überschreiten.
  • LUFTDICHTHEIT DES GEBÄUDES
    Der Luftwechsel bei 50 Pa Druckdifferenz darf nicht mehr als das 0,6-fache des gesamten Luftvolumens pro Stunde betragen. Die Luftdichtheit ist mit dem Blower Door Test nachzuweisen.
  • WÄRMERÜCKGEWINNUNG
    Die Wärme der Abluft wird durch geeignete technische Einrichtungen wie Wärmepumpe oder Wärmetauscher zurückgewonnen und der Frischluft zugeführt. Der Wärmerückgewinnungsgrad sollte 80 Prozent nicht unterschreiten.